Dienstag, 13. September 2022

Einleben...

Die erste Augustwoche haben wir als Familie noch bei unserer sendenden Organisation bei Frankfurt verbracht. Doch dann kehrten wir zurück in unseren Heimatort. Hanna bekam Wehen in der 34. Schwangerschaftswoche und sollte mehr ruhen. Deshalb konnten wir nicht mehr viele Menschen besuchen, sondern haben eher organisatorische Dinge und Arzttermine erledigt. Außerdem haben wir uns Zeit genommen damit Zoe & Mia Beziehung bauen konnten zu Großeltern, Cousinen, Cousins, Tanten und Onkel. Das hat sehr geholfen beim Einleben.
 
Trotzdem konnten wir auch einiges als Familie unternehmen. Wir lieben IKEA. Während die Kinder fröhlich spielen, können Mama und Papa in Ruhe einen Kaffee trinken und sich unterhalten.
 
 
 
Auch einen kurzen Besuch in Leipzig und Dresden konnten wir noch machen.
 
 
 
Zoe und Mia sind dankbar, dass sie sich gegenseitig haben. Sie benutzen sich oft auch als Ventil, um Stress abzubauen und so gab es einerseits viel Streit und Tränen, andererseits aber auch viel seliges zusammen Spielen. Sie kennen die gleichen Leute, fühlen sich in Deutschland und in Kambodscha wohl und wissen wovon der andere redet, wenn er etwas aus Kambodscha vermisst. Wie schön, dass sie nun auch in Deutschland gemeinsam Erlebnisse machen, woran sie sich dann zusammen in Kambodscha erinnern können. Sie genießen die vielen Spielplätze und waren letztens sogar Pferdereiten. Sie sagten, dass es wunderschön wäre, wenn sie einfach in einem kleinen Dorf wohnen würden mit allen Leuten, die sie kennen. Das zeigt, dass sie innerlich zerrissen sind zwischen Wohlfühlen in Deutschland und das Vermissen von ihren Freunden und dem Leben in Kambodscha.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mia hatte im August viele Wutausbrüche und konnte ein richtiger Dickkopf sein. Sie erkennt die Zahlen von 1-9 geschrieben und wenn ihr Name irgendwo steht. Sie freut sich wenn sie ihre gleichaltrige Cousine treffen kann und darauf bald mit ihr in den Kindergarten zu gehen. Die ganzen tollen Bastelsachen hier in Deutschland bereiten ihr viel Freude.






Zoe hat eine gute Beziehung zu ihrem Cousin aufgebaut, mit dem sie in eine Klasse geht. Mit einem anderen Cousin und Cousine kann sie jeden Tag in die Schule und zurück laufen und mit zwei weiteren Cousinen, die auch in unserem Ort wohnen, trifft sie sich gerne zum Spielen.




Der englische Unterricht zu Hause macht mal mehr, mal weniger Spaß. Als die deutsche Schule Ende August losging, haben wir erst einmal vier Wochen pausiert.


Auch Zoe liebt all die tollen Bastelsachen hier in Deutschland.
 


Bei ihr wurde eine leichte Sehschwäche festgestellt. Deshalb ist sie nun stolze Besitzerin einer lila Brille.

Zoe und Mia sind reich beschenkt mit einer großen Verwandschaft. Wenn sie mit ihren Cousinen und Cousins zusammen sind, kommt keine Langeweile auf.




Ende August konnte Zoe zum 2. Mal Schulanfang feiern. Anders als letztes Jahr in Kambodscha, wurde es diesmal eine große Familienfeier zusammen mit ihrem Cousin. Zoe gefällt es sehr gut in der Schule. Nur, dass ihre Lehrerin so viel mit den anderen Schülern schimpft und "relativ streng" ist, findet sie anstrengend.

Als Papa nach dem ersten Schultag fragt: "War es heute anstrengend so viele neue Leute kennenzulernen?", antwortet Zoe: "Nein! Du weißt doch, dass es für mich nicht anstrengend ist neue Leute kennenzulernen." Trotzdem ist sie nun nach vier Stunden Schule am Morgen sehr müde und braucht schnell etwas zu Essen und dann erstmal etwas Ruhe, bevor sie am Nachmittag unbedingt mit vertrauten Menschen eine Runde an die frische Luft muss.









Anfang September stand für Mia Kindergarteneingewöhnung an. Davon erzählen wir euch im nächsten Blog.

Nun sollte es nicht mehr lange dauern bis das Baby geboren wird. Wir freuen uns alle sehr darauf.






Dienstag, 23. August 2022

Auf Rundreise

Der Juli begann mit Zoes Geburtstagsfeier. Schon seit vielen Monaten freute sie sich darauf in Deutschland mit ihren Omas, Opas, Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen ihren Geburtstag nachzufeiern. Es war ein sehr besonderer Tag. Die Kinder haben stundenlang zusammen im Wald gespielt. Der Spielplatz und die mitgebrachten Bastelsachen waren Nebensache. 😊




Danach startete unsere 4-wöchige Rundreise in den Süden, Westen und Mitte Deutschlands sowie in die Niederlande. Wir waren uns sehr unsicher wie viele Termine wir mit Freunden und Unterstützern, ausmachen konnten, ohne unsere Mädels zu überfordern. Doch Zoe und Mia überraschten uns sehr. Sie genossen es, sich auf vielen verschiedenen Spielplätzen mit Leuten zu treffen und Zoe hat überaschenderweise fast immer nach kurzer Zeit Spielkameraden gefunden. Wir erkannten unsere Große nicht wieder. Statt schüchtern zu sein, ging sie offen auf neue Kinder zu und fand mit jedem ein Spiel, dass sie gemeinsam spielen konnten - egal ob die Spielkameraden Jungen, Mädchen, älter oder jünger waren.

Mia hat sie darum oft beneidet. Sie hat sich oft über sich selbst geärgert und dass sie schüchterner ist als Zoe. Doch auch sie hat zu einzelnen Personen einen guten Draht entwickelt. Wir haben sie getröstet, dass sie ja deutlich jünger ist als Zoe und dass jeder Mensch anders ist. Sie sagte immer wieder, dass sie Kambodscha und die Leute dort, die sie gut kennt, vermisst. So haben wir vier Wochen fast jeden Tag neue Leute getroffen und sind stolz auf das, was unsere Kinder geleistet haben. Viele Menschen haben uns durch Gebet unterstützt. Das haben wir gemerkt!




Ein Highlight für Zoe und Mia war, Freunde aus Kambodscha zu treffen, die gerade - wie wir - im Heimataufenthalt waren oder die in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. Es war immer sehr schwer sich wieder von ihnen zu verabschieden und noch schwerer zu verstehen, dass ein weiteres Treffen wahrscheinlich nicht möglich sein wird.





Neben all den Treffen, versuchten wir als Familie auch Ausflüge zu machen, sodass Zoe und Mia Deutschland besser kennenlernen. Sie wissen nun, dass es im Süden eher bergig ist und es viele Burgen gibt. In den Niederlanden ist es dafür eher flach, es gibt Windmühlen und viel Landwirtschaft. Außerdem wissen sie nun, wie ein Weizenfeld aussieht, haben schon viele Blumensträuße und Brombeeren gepflückt, die schnell gegessen wurden.























Mama hatte einige schwangerschaftsbedingte Probleme und wir waren durch die trockenere Luft in Deutschland drei Wochen lang dauer-erlältet. Aber wir haben trotz alledem einiges schaffen und erleben können.
Die Kinder staunen, wie sehr der Babybauch wächst und fragen immer wieder wann das Baby endlich kommt.


Wir lachen immer wieder darüber, was Zoe und Mia in Deutschland so auffällt. Wir haben oft im Dachgeschoss geschlafen und besonders Zoe, der es oft warm ist, konnte es nicht verstehen, dass es in Deutschland nicht standartmäßig Ventilatoren oder Klimaanlagen in jedem Raum gibt. Das Einschlafen fiel beiden wegen der Helligkeit am Abend und der Wärme ohne Ventilator oft schwer. Ihnen fällt auf, dass das kalte Wasser aus der deutschen Wasserleitung viel kälter ist als in Kambodscha. Wenn wir ihnen Leitungswasser zu trinken gaben, fragten sie anfangs oft: "Ist das Trinkwasser?" Mia wundert sich auch darüber, wie klein Scheibengardinen sein können und dass alle hier Deutsch reden. Vor einem schön renovierten Fachwerkhaus im Stadtzentrum fragte sie Mama: "Was ist denn in dem Schuppen?" Es war das Bürgerhaus... 😁
 
Wir beginnen uns zu fragen, ob Mias Liebessprache "Geschenke" sind. Sie verschenkt sehr gerne Blumen oder Blumensträuße an Menschen, die sie mag. Lange Jeanshosen findet sie total unangenehm und möchte sie auf keinen Fall anziehen. Mal sehen, wie das im Herbst wird. Hat sie sich in Kambodscha nie zudecken wollen, verkriecht sie sich nun aber bis zum Kinn unter der Bettdecke. Das lässt uns für die Jeans im Herbst hoffen. 😉



Zoe spielt nicht nur ohne Probleme mit jedem Kind, dass sie trifft, sondern hat es auch genossen an verschiedenen Kinderprogrammen teilzunehmen mit lauter neuen Kindern. Nachdem wir anfangs kurz dabei waren, brauchte sie uns nicht mehr. Mit Jeans kann auch sie nichts anfangen. Wenn sie uns anstrahlt, müssen wir immer lachen. Ihr Gebiss sieht gerade echt lustig aus.





Wie gut, dass Zoe und Mia sich gegenseitig haben. Die Schwester ist neben den Eltern eine große Konstante bei diesem unsteten Leben. Mit ihr kann man streiten, spielen, lachen, sich an erlebte Sachen und gemeinsame Freunde erinnern und neue Erinnerungen schaffen. Wie schön, dass sie bald zu dritt sein dürfen.
 
 
 
 
 
 
 
Auch im August waren wir noch einmal 1,5 Wochen unterwegs, bis wir uns endlich im Vogtland niedergelassen haben. Mehr davon im nächsten Blog im kommenden Monat.