Der Juli begann mit Zoes Geburtstagsfeier. Schon seit vielen Monaten freute sie sich darauf in Deutschland mit ihren Omas, Opas, Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen ihren Geburtstag nachzufeiern. Es war ein sehr besonderer Tag. Die Kinder haben stundenlang zusammen im Wald gespielt. Der Spielplatz und die mitgebrachten Bastelsachen waren Nebensache. 😊
Danach startete unsere 4-wöchige Rundreise in den Süden, Westen und Mitte
Deutschlands sowie in die Niederlande. Wir waren uns sehr unsicher wie
viele Termine wir mit Freunden und Unterstützern, ausmachen konnten, ohne unsere Mädels zu überfordern. Doch Zoe und Mia überraschten uns sehr. Sie genossen es, sich auf vielen
verschiedenen Spielplätzen mit Leuten zu treffen und Zoe hat überaschenderweise
fast immer nach kurzer Zeit Spielkameraden gefunden. Wir erkannten unsere Große nicht
wieder. Statt schüchtern zu sein, ging sie offen auf neue Kinder zu und
fand mit jedem ein Spiel, dass sie gemeinsam spielen konnten - egal ob
die Spielkameraden Jungen, Mädchen, älter oder jünger waren.
Mia hat sie darum oft beneidet. Sie hat sich oft über sich selbst geärgert und dass sie schüchterner ist als Zoe. Doch auch sie hat zu einzelnen Personen einen guten Draht entwickelt. Wir haben sie getröstet, dass sie ja deutlich jünger ist als Zoe und dass jeder Mensch anders ist. Sie sagte immer wieder, dass sie Kambodscha und die Leute dort, die sie gut kennt, vermisst. So haben wir vier Wochen fast jeden Tag neue Leute getroffen und sind stolz auf das, was unsere Kinder geleistet haben. Viele Menschen haben uns durch Gebet unterstützt. Das haben wir gemerkt!
Ein Highlight für Zoe und Mia war, Freunde aus Kambodscha zu
treffen, die gerade - wie wir - im Heimataufenthalt waren oder die in ihre
Heimatländer zurückgekehrt sind. Es war immer sehr schwer sich wieder von
ihnen zu verabschieden und noch schwerer zu verstehen, dass ein
weiteres Treffen wahrscheinlich nicht möglich sein wird.
Neben all den Treffen, versuchten wir als Familie auch Ausflüge zu machen, sodass Zoe und Mia Deutschland besser kennenlernen. Sie wissen nun, dass es im Süden eher bergig ist und es viele Burgen gibt. In den Niederlanden ist es dafür eher flach, es gibt Windmühlen und viel Landwirtschaft. Außerdem wissen sie nun, wie ein Weizenfeld aussieht, haben schon viele Blumensträuße und Brombeeren gepflückt, die schnell gegessen wurden.
Mama hatte einige schwangerschaftsbedingte Probleme und wir waren durch
die trockenere Luft in Deutschland drei Wochen lang dauer-erlältet. Aber wir haben trotz alledem einiges schaffen und erleben können.
Die Kinder staunen, wie sehr der
Babybauch wächst und fragen immer wieder wann das Baby endlich kommt.
Wir lachen immer wieder darüber, was Zoe und Mia in Deutschland so
auffällt. Wir haben oft im Dachgeschoss geschlafen und besonders Zoe,
der es oft warm ist, konnte es nicht verstehen, dass es in Deutschland
nicht standartmäßig Ventilatoren oder Klimaanlagen in jedem Raum gibt.
Das Einschlafen fiel beiden wegen der Helligkeit am Abend und der Wärme ohne Ventilator oft schwer. Ihnen fällt auf, dass das kalte Wasser aus der deutschen Wasserleitung
viel kälter ist als in Kambodscha. Wenn wir ihnen Leitungswasser zu
trinken gaben, fragten sie anfangs oft: "Ist das Trinkwasser?" Mia wundert
sich auch darüber, wie klein Scheibengardinen sein können und dass alle hier
Deutsch reden. Vor einem schön renovierten Fachwerkhaus im Stadtzentrum
fragte sie Mama: "Was ist denn in dem Schuppen?" Es war das Bürgerhaus... 😁
Wir beginnen uns zu fragen, ob Mias Liebessprache "Geschenke" sind. Sie
verschenkt sehr gerne Blumen oder Blumensträuße an Menschen, die sie
mag. Lange Jeanshosen findet sie total unangenehm und möchte sie auf keinen Fall
anziehen. Mal sehen, wie das im Herbst wird. Hat sie sich in Kambodscha
nie zudecken wollen, verkriecht sie sich nun aber bis zum Kinn unter der
Bettdecke. Das lässt uns für die Jeans im Herbst hoffen. 😉
Zoe spielt nicht nur ohne Probleme mit jedem Kind, dass sie trifft,
sondern hat es auch genossen an verschiedenen Kinderprogrammen
teilzunehmen mit lauter neuen Kindern. Nachdem wir anfangs kurz dabei
waren, brauchte sie uns nicht mehr. Mit Jeans kann auch sie nichts
anfangen. Wenn sie uns anstrahlt, müssen wir immer lachen. Ihr Gebiss
sieht gerade echt lustig aus.
Wie gut, dass Zoe und Mia sich gegenseitig haben. Die Schwester ist
neben den Eltern eine große Konstante bei diesem unsteten Leben. Mit ihr
kann man streiten, spielen, lachen, sich an erlebte Sachen und
gemeinsame Freunde erinnern und neue Erinnerungen schaffen. Wie schön,
dass sie bald zu dritt sein dürfen.
Auch im August waren wir noch einmal 1,5 Wochen unterwegs, bis wir uns
endlich im Vogtland niedergelassen haben. Mehr davon im nächsten Blog im kommenden Monat.








































