Ein großer Höhepunkt im August war für uns als Familie der Schulanfang von Mia. Auch sie macht nun zusätzlich zur englischen Schule, wo sie nun in der 2. Klasse ist, wie Zoe morgens eine halbe Stunde Deutschunterricht. Wie schön, dass wir diesen neuen Schritt mit der ganzen Großfamilie, zusammen mit Mias Cousine feiern konnten. Neben chic machen, einer großen Zuckertüte und ganz viel Familie gab es auch eine Schatzsuche, eine Seifenrutsche und ganz viel leckeres Essen zu genießen. Ein Fest, an das wir auch in Zukunft voll Freude zurück denken werden.
Ein weiterer großer Höhepunkt, worauf Zoe und Mia gespart und
hingefiebert haben, war Reitunterricht. In Deutschland haben sie dafür auch Postkarten mit ihren Gemälden, die sie in Kambodscha mit einer
Künstlerin gemalt haben, verkauft. Dadurch konnten sie noch mehr Reitunterricht nehmen als
gedacht. Der Reiterhof wird von ganz lieben Leuten geführt, sodass sogar
Lena einmal auf einem Pferd reiten durfte.
Wie schön, dass im August nochmal schönstes Sommerwetter war, sodass wir noch an zwei
Talsperren baden gehen konnten. Die Mädels durften auch noch mit den
Großeltern Kartoffeln ernten und Apfelsaft machen. Sie haben es in
vollen Zügen genossen, viel Zeit mit ihren Großeltern, Cousins und
Cousinen zu verbringen.
Und dann hieß es auch schon wieder Abeschied nehmen mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Unsere Kinder leben in beiden Ländern
gleich gern.
Wir mussten mitten in der Nacht aufstehen und zum Flughafen fahren. Das
war wirklich hart. In Helsinki hatten wir einen Zwischenstopp und waren von diesem kleinen, aber sehr schönen Flughafen total begeistert. Nach einem weiteren Stopp in Bangkok, sind wir am nächsten Morgen endlich in Kambodscha
angekommen. Zoe und Papa hatten in der Nacht keine zwei Stunden geschlafen. Aber auch Mama, Mia und Lena hatten nicht viel mehr Schlaf. Da die Nacht davor auch schon sehr kurz war, waren wir dementsprechend fertig, als wir in Siem Reap ankamen und sind erstmal sofort nach unserer
Ankunft schlafen gegangen. Nachdem wir uns zu Mittag, nach zwei Stunden, aus dem Bett gequält hatten, haben Mama und Papa am Nachmittag alle Koffer ausgepackt, während die Mädels selig mit ihren Spielzeugen spielten.
Das war auch gut so, denn schon am übernächsten Tag haben wir bei uns zu Hause Abschied von unseren zwei Kurzzeitlern gefeiert.
Trotz des heftigsten Jetlags, den wir je hatten (für die ersten 1,5 Wochen brauchten die Mädels abends um die zwei Stunden, bis sie endlich schliefen), ging dann am Montag wieder die Schule los. In der ersten Schulwoche haben wir die Nachmittage
einfach richtig entspannt zu Hause verbracht, um uns nicht zu
überfordern, denn am Wochenende darauf (Donnerstagabend bis Sonntagabend) war Mama bereits in Phnom Penh für ihr erstes Coaching-Kurs-Modul. Mia hatte an dem Wochenende auch schon die erste Geburtstagsfeier von einem Klassenkameraden, wozu die ganze Familie eingeladen war. Davon
sollten im September noch mehr folgen.
Es ist interessant, wie jedes Kind den Übergang ganz unterschiedlich
meistert. Lena hat immer wieder gefragt, wann wir die Oma wiedersehen
oder wann unsere abgereiste Kurzzeitlerin zurück kommt. Wenn sie mit
Mama in die Spielgruppe oder ins Dorf oder mit zu Papa ins Büro gehen sollte, schrie sie, weil sie das nicht wollte. Leider hat sie während der Zeit in Deutschland auch all ihr
Englisch vergessen.
In Deutschland beim Kartoffeln ernten, sagte Lena:
"Wir tun Kartoffeln suchen. Das ist wirklich viel Arbeit." Außerdem
gewöhnte sie sich an "Nee" anstatt "Nein" zu sagen.
Zurück in Kambodscha hat
sie sich mit ihrer Kinderschere einige Haarstähnen abgeschnitten. Wir
haben sie überall im Haus gefunden, aber die Lücken sind Gott sei Dank nicht wirklich aufgefallen.
Mia ist die, die ihre Trauer am meisten nach außen zeigt. Sie weint
viel, weil sie Deutschland nicht verlassen will, weil sie Leute vermisst oder nicht in die Schule
gehen will. Die ersten zwei Wochen mit der neuen Lehrerin waren für sie
sehr anstrengend. Sie hatte oft Bauchschmerzen, weil sie sich so viel
Druck machte. Außerdem hatte sie wieder deutlich mehr ihre Daumen im Mund.
Zoe dagegen macht aus Abschieden und Umschwüngen kein großes Tam Tam. Da
wo sie ist, ist sie ganz. Als Mia am ersten Schultag nicht in die Schule
wollte, ermutigte Zoe sie damit, dass ihrer Meinung nach der erste
Schultag der Zweitschönste im ganzen Schuljahr ist (für sie ist der letzte Schultag der schönste, wegen der Klassenparty), weil man da noch nicht viel macht. Zoe merkt
man aber trotzdem an, dass sie den Umschwung anstrengend findet. Sie ist
schnell gereizt, schreit herum oder bricht einen Streit vom Zaun. Ende
August haben sich ihre Klassenkameraden verabredet gemeinsam online ein Spiel über eine App zu spielen, die von der Schule genutzt wird. Die Schule kommuniziert über diese App, die Schüler bekommen Punkte für gute Leistungen und es gibt auch Spiele, wo die Schüler ihren eigenen Charakter haben. So haben sich Zoe und drei Freunde an einem Abend für eine halbe Stunde online getroffen, um gemeinsam in dieser Online-Welt unterwegs zu sein. Sie hatte viel Spaß dabei. Das das so zeitig los
geht, hätten wir nicht gedacht, aber glücklicherweise kam es seitdem nicht noch einmal vor... 😅
![]() |
| Zoe hat auf einem Zettel aufgeschrieben, was sie alles an Mia mag. |
Nach dem turbulenten Übergang zurück nach Kambodscha, kehrte im September langsam wieder Alltag und Routine ein. Das war gut. Davon bald mehr...



















































