Dienstag, 30. September 2025

Unterwegs in zwei Welten im August...

Ein großer Höhepunkt im August war für uns als Familie der Schulanfang von Mia. Auch sie macht nun zusätzlich zur englischen Schule, wo sie nun in der 2. Klasse ist, wie Zoe morgens eine halbe Stunde Deutschunterricht. Wie schön, dass wir diesen neuen Schritt mit der ganzen Großfamilie, zusammen mit Mias Cousine feiern konnten. Neben chic machen, einer großen Zuckertüte und ganz viel Familie gab es auch eine Schatzsuche, eine Seifenrutsche und ganz viel leckeres Essen zu genießen. Ein Fest, an das wir auch in Zukunft voll Freude zurück denken werden.
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein weiterer großer Höhepunkt, worauf Zoe und Mia gespart und hingefiebert haben, war Reitunterricht. In Deutschland haben sie dafür auch Postkarten mit ihren Gemälden, die sie in Kambodscha mit einer Künstlerin gemalt haben, verkauft. Dadurch konnten sie noch mehr Reitunterricht nehmen als gedacht. Der Reiterhof wird von ganz lieben Leuten geführt, sodass sogar Lena einmal auf einem Pferd reiten durfte. 
 
 
 
 
 
Wie schön, dass im August nochmal schönstes Sommerwetter war, sodass wir noch an zwei Talsperren baden gehen konnten. Die Mädels durften auch noch mit den Großeltern Kartoffeln ernten und Apfelsaft machen. Sie haben es in vollen Zügen genossen, viel Zeit mit ihren Großeltern, Cousins und Cousinen zu verbringen. 
 
 
 
 
 
 
Und dann hieß es auch schon wieder Abeschied nehmen mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Unsere Kinder leben in beiden Ländern gleich gern. 
 
Wir mussten mitten in der Nacht aufstehen und zum Flughafen fahren. Das war wirklich hart. In Helsinki hatten wir einen Zwischenstopp und waren von diesem kleinen, aber sehr schönen Flughafen total begeistert. Nach einem weiteren Stopp in Bangkok, sind wir am nächsten Morgen endlich in Kambodscha angekommen. Zoe und Papa hatten in der Nacht keine zwei Stunden geschlafen. Aber auch Mama, Mia und Lena hatten nicht viel mehr Schlaf. Da die Nacht davor auch schon sehr kurz war, waren wir dementsprechend fertig, als wir in Siem Reap ankamen und sind erstmal sofort nach unserer Ankunft schlafen gegangen. Nachdem wir uns zu Mittag, nach zwei Stunden, aus dem Bett gequält hatten, haben Mama und Papa am Nachmittag alle Koffer ausgepackt, während die Mädels selig mit ihren Spielzeugen spielten. 
 
 
 
Das war auch gut so, denn schon am übernächsten Tag haben wir bei uns zu Hause Abschied von unseren zwei Kurzzeitlern gefeiert.
 
 
 
Trotz des heftigsten Jetlags, den wir je hatten (für die ersten 1,5 Wochen brauchten die Mädels abends um die zwei Stunden, bis sie endlich schliefen), ging dann am Montag wieder die Schule los. In der ersten Schulwoche haben wir die Nachmittage einfach richtig entspannt zu Hause verbracht, um uns nicht zu überfordern, denn am Wochenende darauf (Donnerstagabend bis Sonntagabend) war Mama bereits in Phnom Penh für ihr erstes Coaching-Kurs-Modul. Mia hatte an dem Wochenende auch schon die erste Geburtstagsfeier von einem Klassenkameraden, wozu die ganze Familie eingeladen war. Davon sollten im September noch mehr folgen. 
 
 
 
Es ist interessant, wie jedes Kind den Übergang ganz unterschiedlich meistert. Lena hat immer wieder gefragt, wann wir die Oma wiedersehen oder wann unsere abgereiste Kurzzeitlerin zurück kommt. Wenn sie mit Mama in die Spielgruppe oder ins Dorf oder mit zu Papa ins Büro gehen sollte, schrie sie, weil sie das nicht wollte. Leider hat sie während der Zeit in Deutschland auch all ihr Englisch vergessen.
In Deutschland beim Kartoffeln ernten, sagte Lena: "Wir tun Kartoffeln suchen. Das ist wirklich viel Arbeit." Außerdem gewöhnte sie sich an "Nee" anstatt "Nein" zu sagen.
Zurück in Kambodscha hat sie sich mit ihrer Kinderschere einige Haarstähnen abgeschnitten. Wir haben sie überall im Haus gefunden, aber die Lücken sind Gott sei Dank nicht wirklich aufgefallen. 
 
 
Mia ist die, die ihre Trauer am meisten nach außen zeigt. Sie weint viel, weil sie Deutschland nicht verlassen will, weil sie Leute vermisst oder nicht in die Schule gehen will. Die ersten zwei Wochen mit der neuen Lehrerin waren für sie sehr anstrengend. Sie hatte oft Bauchschmerzen, weil sie sich so viel Druck machte. Außerdem hatte sie wieder deutlich mehr ihre Daumen im Mund. 
 
 
Zoe dagegen macht aus Abschieden und Umschwüngen kein großes Tam Tam. Da wo sie ist, ist sie ganz. Als Mia am ersten Schultag nicht in die Schule wollte, ermutigte Zoe sie damit, dass ihrer Meinung nach der erste Schultag der Zweitschönste im ganzen Schuljahr ist (für sie ist der letzte Schultag der schönste, wegen der Klassenparty), weil man da noch nicht viel macht. Zoe merkt man aber trotzdem an, dass sie den Umschwung anstrengend findet. Sie ist schnell gereizt, schreit herum oder bricht einen Streit vom Zaun. Ende August haben sich ihre Klassenkameraden verabredet gemeinsam online ein Spiel über eine App zu spielen, die von der Schule genutzt wird. Die Schule kommuniziert über diese App, die Schüler bekommen Punkte für gute Leistungen und es gibt auch Spiele, wo die Schüler ihren eigenen Charakter haben. So haben sich Zoe und drei Freunde an einem Abend für eine halbe Stunde online getroffen, um gemeinsam in dieser Online-Welt unterwegs zu sein. Sie hatte viel Spaß dabei. Das das so zeitig los geht, hätten wir nicht gedacht, aber glücklicherweise kam es seitdem nicht noch einmal vor... 😅

Zoe hat auf einem Zettel
aufgeschrieben,
was sie alles an Mia mag.
 
 
Nach dem turbulenten Übergang zurück nach Kambodscha, kehrte im September langsam wieder Alltag und Routine ein. Das war gut. Davon bald mehr...
 

Montag, 1. September 2025

Unterwegs in Deutschland

Der Juni war geprägt von Reisen in Deutschland. Wir sind erst nach Hessen, dann nach Baden-Würtemberg, dann ins Vogtland, dann nach Thüringen und dann nach Leipzig gereist, um Vorträge zu halten und Freunde & Unterstützer zu treffen. Wir sind total stolz, wie gut unsere Kinder all diese Ortswechsel und neuen Leute gemeistert haben.
 
 
 
Zuerst ging es nach Eppstein, unserem zukünftigen Wohnort. Unsere Kinder haben dort gute Erfahrungen gesammelt, dass schöne Gelände, inklusive Töpferwerkstatt genossen, verschiedene Schulen und Kindergärten besucht, sind den Schulweg gegangen und haben die Gegend zu Fuß erkundet. Wir konnten schon in unserer zukünftigen Wohnung wohnen und die Mädels haben sich ihre Zimmer ausgesucht. Außerdem hatten Zoe und Mia ein Treffen mit der Kinderschutzbeauftragten von unserem Arbeitgeber, wo sie eine Übergangsbrücke gebaut haben. Später haben wir uns als ganze Familie nochmal mit ihr getroffen und konnten den bevorstehenden Umzugsprozess und die zu erwartenden Emotionen kreativ besprechen.
 
 
 
  
 
 
 
Danach ging es weiter nach Baden-Württemberg. Dort sind die Kinder durch den Wetterumschwung etwas krank geworden und hatten viel Zeit zum Spielen und entspannen. Außerdem haben wir alle Aufgaben, die uns die Lehrer von Kambodscha mitgegeben haben, erledigt. Es war eine sehr verregnete Zeit, aber wenn schönes Wetter war, haben wir die Natur genossen, sind auf Spielplätze gegangen, waren im Maislabyrinth und auf Burgen. Natürlich haben wir auch viele Leute getroffen und Mama und Papa haben einige Vorträge gehalten. Zoe und Mia sind fröhlich in den Kindergottesdienst gegangen und wir alle hatten eine sehr schöne Zeit mit unseren Gastgebern Moni und Bernd. 
 
 
 
 
  
 
 
 
  
 
 
 
  
 
 
Nach 3,5 Wochen mussten wir Abschied nehmen und sind zurück nach Sachsen gefahren, um umzupacken. Nach zwei Nächten ging es weiter nach Thüringen zu einem Vortrag. Unterwegs haben wir bei einem abgeernteten Getreidefeld für ein kurzes Fotoshooting angehalten. 
 
 
 
Am nächsten Tag ging es leicht übermüdet weiter nach Leipzig. Erster Stop: der Leipziger Zoo. Übernachtet haben wir zwei Nächte bei Mamas Bruder und seiner Familie, bevor wir noch weiter nach Dresden gefahren sind, um Freunde und Unterstützer zu treffen und einen weiteren Vortrag zu halten...
 
 
 
Jedes Kind hat anders auf die ganzen Veränderungen reagiert, je nach Alter, aber auch Persönlichkeit. 
 
 
Zoe hat ganz deutlich gesagt, dass sie nicht ständig neue Kinder sehen möchte, weil sie es sehr anstrengend findet, sich mit Kindern gut zu verstehen, sie dann aber nicht wieder zu sehen. Das können wir gut verstehen und haben versucht, es so gut wie möglich zu respektieren.
 
Mia braucht sowieso nicht viele Leute. Sie hat es genossen, sehr viel mit Zoe zu spielen. Sie haben sich unglaublich viele, sehr kreative Rollenspiele ausgedacht. Mia reagiert auf Abschied und Wechsel derzeit am emotionalsten. Sie hat immer wieder geweint und gesagt, dass sie nicht weiterziehen möchte, war dann aber am neuen Ort schnell wieder glücklich. Sie hat ein lustiges neues Wort erfunden. Den Jägerstand nennen wir ab sofort "Schießhütte". 
 
Lena hat Zoe und Mia leider oft bei ihren Rollenspielen gestört und alles durcheinander gebracht. Sie hat es dann sehr genossen, wenn wir einmal andere Familien getroffen haben und hat selig mit anderen Kindern gespielt. Auch bei ihr konnte man die innere Zerrissenheit spüren. Sie sagte immer wieder: "Hier ist es so schön. Können wir hier für immer bleiben?" Zwei Minuten später sagte sie dann wieder: "Ich will wieder nach Hause." Hier waren sich Mama und Papa dann oft nicht sicher, welches "zu Hause" sie wirklich meint. Lena hat auch ganz oft gefragt, wann sie endlich wieder unsere koreanischen Teamkollegen sehen kann. 
 
So konnten wir es leider nicht immer allen recht machen. Jeder musste mal seine Komfortzone verlassen, aber dann gab es auch wieder Zeiten, wo jeder so sein konnte, wie er wollte. Das ist uns im Heimataufenthalt Gott sei Dank ganz gut gelungen. Wir schauen alle zurück auf eine tolle, bereichernde Zeit, die manchmal ganz schön anstrengend war. 
 
Im August haben wir die letzten 2,5 Wochen in Deutschland noch einmal in Sachsen verbracht mit tollen Highlights. Davon berichten wir euch bald...